Detaillierte Abbildung branchenspezifischer Anwendungen

Client Server Computing select IT, 18. April 2001

Die Verlagerung von Beschaffungsprozessen auf das Internet birgt noch ein weiteres - bislang kaum erkanntes - Potenzial in sich: Aus der Sicht eines Anbieters ergeben sich völlig neue Möglichkeiten zur strategischen Kundenbindung, wenn zum jeweiligen Produktangebot passende, kundenspezifisch individualisierte Zusatzdienstleistungen im Rahmen einer offenen, seitens des Lieferanten bereitgestellten Procurement-Plattform geboten werden. Die nachfolgende Betrachtung hinterfragt zunächst den gängigen Ansatz in Bezug auf das Online-Beschaffungswesen und stellt anschließend das Konzept des "I-Procurement" (= "individual Procurement") als alternativen Ansatz im Zusammenhang mit dem "IconParc E-Business Framework" vor.

Wenn Beschaffungsprozesse heute online über das Internet abgewickelt werden ("E- Procurement"), so geschieht dies überwiegend aus dem Blickwinkel der Abnehmer von Waren oder Dienstleistungen eraus. Internet-Marktplätze oder von einzelnen Großunternehmen initiierte E-Procurement-Plattformen sollen Angebotstransparenz schaffen und dadurch vor allem zur Kostensenkung beim Einkauf beitragen. Werden Produkte, die für eine funktionierende Infrastruktur innerhalb von Unternehmen unerlässlich sind, über das Internet bezogen, so argumentieren Einkäufer dabei hauptsächlich mit der gesteigerten Effizienz bei der Bestellabwicklung, erhöhter Angebotstransparenz sowie sich daraus ergebender Kostenvorteile. Dabei reicht die Bandbreite der auf diese Weise erworbenen Produkte von Büromaterial über Fachbücher bis hin zu PC-Systemen, Netzwerkkomponenten oder sonstigen hochwertigen Investitionsgütern. Für den Einstieg in das Online-Beschaffungswesen gibt es derzeit zwei verbreitete Ansätze: Entweder ein Unternehmen baut seine eigene E-Procurement-Plattform auf und vereinbart die Bereitstellung von Produktdaten mit seinen Lieferanten oder die Einkäufer wenden sich an einen der zahlreichen Internet-Marktplätze, die als Vermittler zwischen Anbietern und Abnehmern agieren.
Im Idealfall erschließt sich der Käuferseite ein von vielen verschiedenen Anbietern abgedecktes Warenangebot, wodurch sich der jeweils günstigste Anbieter mit verhältnismäßig geringem Aufwand bestimmen lässt. Andererseits verengt sich der Blickwinkel des Abnehmers einseitig auf die Betrachtung des Preises, ohne wesentliche Kriterien wie Lieferfähigkeit und -treue, Zuverlässigkeit und Korrektheit bei der Abwicklung, Kompetenz bei Reklamationen, Kulanz bei Problemfällen oder ergänzende Dienstleistungen ("value-added Services") angemessen zu berücksichtigen.
Gerade bei langfristig angelegten Kundenbeziehungen spielen diese Faktoren aber eine bedeutende Rolle. Die meisten Käufer werden es vorziehen, im Gegenzug für eine regelmäßig perfekte Abwicklung ihrer Bestellungen ein wenig mehr auszugeben, zumal das Vorhandensein von Infrastrukturartikeln maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eines Unternehmens ausübt.

E-Procurement aus Lieferantensicht

Für Anbieter auf der anderen Seite birgt die Nutzung einer E-Procurement-Plattform - sei es in Form eines Internet-Marktplatzes oder einer seitens des Abnehmers initiierten Lösung - deutlich höhere Risiken als für Käufer. Durch die bereits diskutierte Reduzierung der Vergleichskriterien auf den Produktpreis entsteht eine Art von Transparenz, die zwar auf einfache Weise ein "Ranking" verschiedener Lieferanten ermöglicht, dabei aller schwerlich in der Lage ist, belastbare Ergebnisse zu erzielen, solange nicht zusätzliche Bewertungskriterien herangezogen werden. Doch gerade an dieser Stelle wird es den Unternehmen der Anbieterseite schwer gemacht, ihre Leistungsfähigkeit umfassend darzustellen, da herkömmliche, aus Käufersicht heraus entstandene E-Procurement-Plattformen im Bemühen um Vergleichbarkeit ausschließlich "harte" Faktoren (v.a. Produktpreis, evtl., auch Lieferzeit) zulassen bzw. zulassen können. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Anbieters setzt sich aller aus zahlreichen Kriterien zusammen, von denen der Preis nur eines darstellt. Demzufolge liegt es im Interesse der Anbieter, ihr Leistungsspektrum auch im Falle der Online-Beschaffung vollständig zur Geltung zu bringen. Schließlich tragen die bereits genannten Kriterien wie beispielsweise Lieferfähigkeit oder Zuverlässigkeit in der Abwicklung entscheidend zur Kundenzufriedenheit bei. Umso erstaunlicher ist es, dass bislang nur wenige Lieferanten die Chance zur Differenzierung vom Wettbewerb erkannt hallen, welche sich aus der Etablierung eigener E-Procurement-Lösungen ergeben. Anders als bei den eingangs vorgestellten, aus Abnehmersicht heraus entstandenen Ansätzen, bildet eine anbieterseitig bereitgestellte Online-Beschaffungslösung das gesamte Leistungspotenzial des Lieferanten ab.
Der Vorteil einer spezialisierten E-Procurement-Lösung auf Anbieterseite liegt denn auch in der detaillierten Abbildung branchenspezifischer Anforderungen: Bildet eine Abonnementverwaltung im Zusammenhang mit der Buchbranche ein hilfreiches Element, so erfordert die E-Procurement-Plattform eines Anbieters von PC-Systemen ganz andere Leistungsmerkmale. Don könnte beispielsweise ein Online-Produktkonfigurator das einfache Zusammenstellen von PC-Wunschsystemen auf Basis kundenspezifischer Präferenzen und individueller Vorzugskonfigurationen" ermöglichen.
Durch die Integration spezialisierter Dienstleistungen, welche mitunter erst durch das Internet möglich werden, kommt einer E-Procurement-Plattform die Bedeutung eines strategischen Kundenbindungsinstruments zu.

Vom E-Procurement zum "I-Procurement"

Die individuelle Ansprache sowie Betreuung von Kunden bietet viele Gelegenheiten, sich als Lieferant vom Mitbewerber zu differenzieren, wobei die unaufhaltsame Verlagerung von Geschäftsprozessen auf das Internet neue Herausforderungen mit sich bringt: Wo Kundenspezifische Leistungen vormals hauptsächlich manuell, d.h. in Form von personalintensiven Aktivitäten erbracht wurden, gilt es, für die Internet-Welt neue, hochgradig automatisierbare Konzepte zu finden, da die Abwicklung zukünftig online (also nicht persönlich) erfolgt, sich dabei für den Adressaten aber im Idealfall personalisiert (also kundenbezogen individualisiert) darstellt.
Auf diese Weise geht aus dem herkömmlichen, käufergetriebenen Ansatz für elektronische Beschaffung (E-Procurement) das lieferantengetriebene individual Procurement"- Szenario (= iProcurement) hervor, dessen Zielsetzung darin besteht, langfristig angelegte Kundenbeziehungen aufzubauen und zu erhalten. Zu diesem Zweck wird die Individualisierung von B2B-Geschäftsbeziehungen unter Zuhilfenahme variabel konfigurierbarer Online-Beschaffungsprozesse angestrebt. Während Vielfalt und Anspruch der in diesem Zusammenhang gegebenen An-forderungen Lösungen von der Stange überfordern, steht zumeist weder das benötigte Budget noch ausreichend Zeit zur Verfügung, um Spielraum für die - zudem äußerst risikoreiche - Entwicklung von Individualsoftware zu schaffen.
Hier bietet der Einsatz des IconParc E-Business Frameworks einen Mittelweg, der einerseits spezifische Anforderungen auch bei höchster Komplexität ohne faule Kompromisse erfüllt und andererseits deutlich kostengünstiger ausfällt, als es bei E-Commerce-Standardlösungen der gehobenen Preisklasse der Fall ist.
Die Schweitzer-Buchhandelsgruppe hat ihren Web-Auftritt (http://www.schweitzer-online.de) mit Hilfe des IconParc E-Business Frameworks zur I-Procurement-Lösung ausgebaut, indem je Geschäftskunde konfigurierbare Leistungsmerkmale hinzugefügt wurden: Mitarbeitern der Firmenkunden stehen unter anderem verschiedene Authentiftzierungsmethoden und Bestellprozesse zur Verfügung, Bestellpositionen sind mit Zusatzattributen verknüpfbar (z.B. Kostenstelle bei Kunde A, Standortkürzel, Gebäudekennung und Raumnummer bei Kunde B), um je Firmenkunde unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf den Liefer- oder Abrechnungsmodus zu erfüllen. Darüber hinaus sind Bestellhistorien ebenso online abrufbar wie eine leistungsfähige Leserlisten- und Abonnement Verwaltung. Die Abwicklung aktueller Bestellungen lässt sich jederzeit per Web-Browser verfolgen, wobei auch einfach handhabbare Reklamationsmöglichkeiten berücksichtigt worden sind. Eine Einbindung der Schweitzer-Beschaffungslösung in die lntranets von Großkunden mit jeweils eigenständigem Look & Feel sowie je Kunde auswählbaren Navigationselementen und Prozessvarianten befindet sich in Vorbereitung. Alle Online-Beschaffungsprozesse lassen sich im Rahmen eines individuell erweiterbaren Parametersatzes für jeden Kunden passend konfigurieren und darstellen. Diese rein Web-basierten "value-added Services" stellen klare Differenzierungsmerkmale des Lieferanten dar und unterstreichen dessen Kompetenz im Vergleich zu Wettbewerbern. Aufbau und Erhalt langfristiger Kundenbeziehungen wird gerade auch durch die Eignung zur Einbindung in die Intranets der Geschäftskunden unterstützt.

I-Procurement-Lösungen mit dem "IconParc E-Business Framework"

Das IconParc E-Business Framework stellt flexible, wiederverwendbare Komponenten in Verbindung mit einer effizienten Vorgehensweise zur Realisierung von I-Procurement-Plattformen mit individuellem Leistungsumfang bereit. Darüber hinaus bietet das IconParc E-Business Frame work bereits "out-of-the-box" mächtige Funktionalitäten, auf deren Basis sich innerhalb kürzester Zeit spezifische Anforderungen beispielsweise in Bezug auf Design- und Prozessintegration oder auch hinsichtlich der Anbindung vorhandener DV-Strukturen (z.B. ERP- oder CRM-Systeme) mit Hilfe des optional erhältlichen Interface-Toolkits erfüllen lassen.
Zu den erweiterten Leistungsmerkmalen einer I-Procurement-Lösung auf Basis des IconParc E-Business Frameworks gehören unter anderem

► Auswahlmöglichkeiten der benötigten Informations- und Prozesskomponenten je Kunde. Dadurch ergibt sich eine gegenüber dem Standardumfang einer Website reduzierte Navigation zur nahtlosen und platzsparenden Einbettung beispielsweise innerhalb des Intranets eines Geschäftskunden.

► Je Kunde konfigurierbare Beschaffungsprozesse bzw. -prozessvarianten. Beispiel: Während sich alle Mitarbeiter des Geschäftskunden A einer zentral hinterlegten Login-Kennung bedienen und einen Sammelwarenkorb verwenden, erhält jeder Mitarbeiter des Geschäftskunden B einen eigenen, persönlichen Login sowie die Erlaubnis, direkt (also ohne Sammelwarenkorb) zu bestellen.

► Je Kunde festlegbare Design-Konfiguration. Auch diese Forderung dient der optimalen, optisch passenden Einbindung in Kunden-Intranets.

► Erweiterte Sicherheitsmerkmale: Zur Authentifizierung steht die Anwendung einer personalisierten Zugriffs-URL oder eines Cookies - jeweils in Verbindung mit einem Passwort - zur Auswahl. Auf diese Weise gelingt unter anderem die Einbindung der kundenspezifischen Online-Prozesse innerhalb des Kunden-Intranets über eine statische URL.

Weitere Sicherheitsaspekte umfassen die konfigurierbare Verwendung kryptographisch gesicherter Verbindungen sowie ergänzende Zugriffsbeschränkungen auf je Kunde definierbare IP-Adressbereiche.

Fazit

Für den Einsatz einer E-Procurement-Lösung auf Basis des IconParc E-Business Frameworks sprechen vor allem diese Vorteile:

► Differenzierung über Serviceleistungen seitens eines Lieferanten wird ermöglicht (der Preis stellt nur ein Kriterium unter vielen dar)

► individuelle Abwicklung je Geschäftskunde schafft langfristige Kundenbindung

► mühelose Handhabung auch überproportional wachsender Kundenzahlen durch hohen Automatisierungsgrad in den Abwicklungsprozessen

► praxiserprobte Lösung mit gutem Preis- Leistungsverhältnis und hoher Flexibilität in Bezug auf die Individualisierung von Online-Geschäftsprozessen

Ist der Verbreitungsgrad von E-Procurement-Lösungen derzeit auch noch gering, so gibt es bereits starke Anzeichen für eine rasante Entwicklung: Führende Großunternehmen setzen beispielsweise zunehmend auf Lieferanten, die mit spezialisierten Online-Zusatzleistungen aufwarten können. Mit Hilfe des IconParc E-Business Frameworks lassen sich E-Procurement-PIattformen mit hochgradig individualisierten B2B-Geschäftsprozessen innerhalb kurzer Zeiträume zu vergleichsweise geringen Kosten umsetzen.

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